Plötzlich steht der Verkehr auf der A20, und aus einer entspannten Fahrt an die Ostsee wird eine Geduldsprobe. Ich zeige, wo die typischen Engpässe liegen, wie du die aktuelle Verkehrslage richtig einschätzt, welche Umfahrungen sinnvoll sind und warum du für einen normalen Pkw keine Autobahnmaut einplanen musst.
Mit diesen Fakten planst du deine Fahrt auf der A20 besser
- Aktuelle Lage prüfen: Verkehrsdaten unmittelbar vor der Abfahrt und an wichtigen Zwischenstopps kontrollieren.
- Typische Engpässe: Besonders betroffen sind Bereiche rund um Lübeck, Wismar, Rostock und die Autobahnkreuze.
- Keine Pkw-Maut: Für normale Personenwagen ist die deutsche Autobahn grundsätzlich mautfrei.
- Umfahren mit Bedacht: Landstraßen lohnen sich nur, wenn der Zeitgewinn realistisch und die Strecke nicht ebenfalls überlastet ist.
- Sicherheit im Stau: Rettungsgasse bilden, Abstand halten und niemals rückwärts bis zur letzten Ausfahrt fahren.

Wo auf der A20 besonders häufig Stau entsteht
Die A20 führt von der A1 bei Lübeck quer durch Mecklenburg-Vorpommern bis zur A11 im Bereich Uckermark. Mit einer Länge von rund 323 Kilometern wirkt die Ostseeautobahn oft ruhig, doch einzelne Baustellen, Unfälle oder Ferienverkehre bremsen den Verkehr schnell auf langen Abschnitten aus.
Aus meiner Sicht sind vor allem die Knotenpunkte kritisch. Rund um Lübeck und das Autobahnkreuz Wismar treffen regionale Pendler, Urlauber und Fernverkehr zusammen. Im Raum Rostock können zusätzlich die Verbindungen zur A19, zu den Fährhäfen und zu den Küstenorten für starken Zulauf sorgen.
- Bei Lübeck: dichter Verkehr durch die Verbindung mit der A1 und den Reiseverkehr Richtung Ostsee.
- Bei Wismar: Baustellen, Fahrbahnverengungen und saisonaler Ferienverkehr können die Strecke deutlich verlangsamen.
- Rund um Rostock: hohe Belastung an den Anschlussstellen zur A19 und im Umfeld des Hafenverkehrs.
- Im östlichen Abschnitt: Unfälle wirken sich stärker aus, weil es weniger gleichwertige Ausweichrouten gibt.
Ein gemeldeter Stau von fünf Kilometern bedeutet nicht automatisch eine stundenlange Verzögerung. Bei einer Vollsperrung kann sich die Situation jedoch rasch verschärfen. Deshalb achte ich nicht nur auf die Staulänge, sondern vor allem auf die voraussichtliche Verzögerungszeit und den Grund der Behinderung.
So prüfst du die Verkehrslage vor und während der Fahrt
Eine Verkehrsmeldung ist immer nur eine Momentaufnahme. Vor der Abfahrt prüfe ich die A20 deshalb mindestens zweimal, idealerweise 30 bis 60 Minuten vor dem Start und noch einmal direkt vor dem Auffahren.
Geeignete Quellen sind die Verkehrsinformationen des ADAC, die Autobahn-App und die Meldungen der zuständigen Verkehrsbehörden. Wichtig ist, dass die Anzeige möglichst die Fahrtrichtung und nicht nur die Autobahnnummer nennt. Ein Stau in Richtung Lübeck kann sich völlig anders entwickeln als die Behinderung in Richtung Stettin.
Diese Angaben sind wirklich entscheidend
- Ursache der Behinderung, etwa Unfall, Baustelle oder Gegenstand auf der Fahrbahn
- gesperrte Fahrstreifen und mögliche Vollsperrung
- Staulänge und erwartete Verzögerung
- Entfernung bis zur letzten sinnvollen Ausfahrt
- Verkehrslage auf der geplanten Umfahrung
Während der Fahrt sollte die Beifahrerin oder der Beifahrer die Lage prüfen. Wer selbst am Steuer sitzt, sollte das Smartphone nicht in die Hand nehmen. Bei längeren Reisen plane ich außerdem mindestens 30 Minuten Reserve ein, bei Ferienfahrten Richtung Küste eher deutlich mehr.
Umfahren oder im Stau bleiben
Die naheliegende Reaktion ist oft die nächste Ausfahrt. Das funktioniert aber nicht immer. Wenn bereits mehrere Fahrzeuge dieselbe Umfahrung wählen, verlagert sich der Stau auf die Bundes- und Landstraßen. Besonders an Sommerwochenenden sind Ortsdurchfahrten rund um die Ostseeküste schnell überlastet.
Eine Umfahrung lohnt sich für mich vor allem bei einer Vollsperrung oder einer Verzögerung von mehr als 30 Minuten. Bei einem langsam rollenden Stau ist es häufig entspannter, auf der Autobahn zu bleiben. Dort gibt es meist eine bessere Fahrbahn, weniger Kreuzungen und eine geringere Gefahr, sich in kleinen Ortschaften zu verlieren.
| Situation | Sinnvolle Reaktion | Warum |
|---|---|---|
| Stop-and-go ohne Sperrung | Auf der A20 bleiben | Die Umfahrung bringt oft keinen echten Zeitgewinn. |
| Vollsperrung mit unklarer Dauer | Frühzeitig abfahren | Spätere Ausfahrten können bereits blockiert sein. |
| Baustelle mit langer Verzögerung | Alternative Route vergleichen | Eine Bundesstraße kann bei kurzen Teilstrecken sinnvoll sein. |
| Stau kurz vor dem Ziel | Rastplatz oder Parkplatz nutzen | Eine kurze Pause ist oft besser als hektisches Ausweichen. |
Mein wichtigster Rat lautet, nicht blind dem Navigationsgerät zu folgen. Es berechnet häufig die theoretisch schnellste Strecke, berücksichtigt aber nicht immer Baustellenampeln, enge Ortsdurchfahrten oder einen bereits überfüllten Parkplatz. Fünf zusätzliche Kilometer können sinnvoll sein, zwanzig Kilometer über kleine Landstraßen dagegen oft nicht.
Was bei der Maut auf der A20 gilt
Für einen normalen Pkw bis 3,5 Tonnen fällt auf der deutschen A20 keine allgemeine Autobahnmaut an. Auch ausländische Urlauber benötigen für die Fahrt mit einem gewöhnlichen Auto keine deutsche Vignette.
Anders sieht es bei bestimmten schweren Fahrzeugen aus. Seit der Ausweitung der Lkw-Maut können Fahrzeuge mit einer technisch zulässigen Gesamtmasse von mehr als 3,5 Tonnen mautpflichtig sein, wenn sie für den Güterverkehr bestimmt sind. Das betrifft vor allem Lkw und bestimmte gewerblich eingesetzte Fahrzeuge, nicht automatisch jedes große Wohnmobil.
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Diese Kosten werden häufig verwechselt
- Autobahnmaut: Für normale Pkw auf der A20 nicht vorgesehen.
- Lkw-Maut: Abhängig von Gewicht, Fahrzeugart und Nutzung.
- Fährkosten: Können bei einer alternativen Verbindung über die Ostsee zusätzlich anfallen.
- Private Tunnel oder Sonderbauwerke: Auf Umfahrungen können einzelne Gebühren gelten.
- Park- und Übernachtungskosten: Nicht Teil der Autobahnmaut, bei langen Staus aber praktisch relevant.
Wer mit einem Wohnmobil unterwegs ist, sollte die Einstufung vor der Reise genau prüfen. Entscheidend ist nicht allein das Gewicht, sondern auch, ob das Fahrzeug rechtlich als Güterverkehr gilt. Für die meisten privaten Reisemobile besteht auf deutschen Autobahnen keine Lkw-Mautpflicht, trotzdem lohnt sich eine Prüfung der Fahrzeugpapiere.
So verhältst du dich bei einer staubedingten Vollsperrung
Sobald der Verkehr steht oder nur noch Schrittgeschwindigkeit fährt, muss eine Rettungsgasse gebildet werden. Bei zwei Fahrstreifen liegt sie zwischen dem linken und dem rechten Fahrstreifen. Bei drei oder mehr Spuren wird sie zwischen der ganz linken Spur und der unmittelbar danebenliegenden Spur gebildet.
Halte ausreichend Abstand zum Fahrzeug vor dir und stelle dich nicht direkt hinter einen Lkw. So erkennst du die Verkehrssituation besser und lässt Einsatzfahrzeugen mehr Platz. Die Warnblinkanlage sollte nur bei einer plötzlich auftretenden Gefahr oder starkem Abbremsen eingesetzt werden, nicht als dauerhafte Staubeleuchtung.
Ein häufiger Fehler ist, im Stillstand die Autobahn zu verlassen und über den Standstreifen bis zur Ausfahrt zu fahren. Der Standstreifen bleibt für Pannenfahrzeuge und Rettungskräfte frei. Rückwärtsfahren und Wenden auf der Autobahn sind besonders gefährlich und keine akzeptable Abkürzung.
Bei Hitze gehören Wasser, geladene Geräte und etwas Verpflegung ins Auto. Ich halte außerdem eine dünne Jacke griffbereit, weil sich ein kurzer Stopp im Sommer durch Wind oder eine Nachtfahrt überraschend unangenehm entwickeln kann.
Mit wenigen Entscheidungen entspannter über die A20
Die beste Vorbereitung besteht nicht darin, jede mögliche Umfahrung auswendig zu kennen. Entscheidend sind ein aktueller Verkehrslagecheck, ein realistischer Zeitpuffer und die Bereitschaft, bei einer Vollsperrung früh zu reagieren. Für den normalen Pkw kannst du die Strecke ohne Vignette fahren, solltest aber mögliche Kosten für Fähren, Parkplätze oder besondere Bauwerke bei Alternativrouten einplanen.
Wer die A20 in Ferienzeiten nutzt, fährt möglichst außerhalb der typischen Hauptreisezeiten und tankt nicht erst bei fast leerem Tank. So bleibt genug Spielraum, um einen Rastplatz anzusteuern oder eine Verzögerung auszuhalten. Ein ruhiger Fahrstil spart im Stau meist mehr Zeit und Nerven als hektisches Spurwechseln.
