Wer mit dem Auto nach Albanien fährt, muss keine landesweite Vignette kaufen. Gebühren fallen nur auf einzelnen Schnellstraßen und für bestimmte Tunnel an. Ich zeige, welche Strecken betroffen sind, mit welchen Kosten Sie für Pkw, Gespann, Motorrad oder Wohnmobil rechnen sollten und wie die Zahlung vor Ort funktioniert.
Die wichtigsten Gebühren für Ihre Autofahrt durch Albanien
- Keine allgemeine Vignette: Die meisten Straßen Albaniens sind mautfrei.
- Kalimash-Tunnel: Für einen Pkw kostet die Durchfahrt rund 5 Euro.
- Thumanë-Kashar: Der mautpflichtige A1-Abschnitt kostet für Pkw etwa 2,50 Euro.
- Llogara-Tunnel: Für Pkw werden derzeit rund 250 Lek beziehungsweise 2,50 Euro verlangt.
- Zahlung: An den Mautstellen werden Bargeld und Karten akzeptiert.

Wo in Albanien tatsächlich Maut anfällt
Albanien hat bislang kein flächendeckendes Mautsystem wie Österreich oder die Schweiz. Wer abseits der wenigen gebührenpflichtigen Abschnitte unterwegs ist, benötigt weder eine Klebevignette noch eine digitale Straßenmaut.
Für Reisende aus Deutschland sind derzeit vor allem drei Stellen relevant. Dazu gehören der Kalimash-Tunnel auf der A1 zwischen Rrëshen und Kukës, der A1-Abschnitt zwischen Thumanë und Kashar nördlich von Tirana sowie der Llogara-Tunnel an der Küste zwischen Orikum und Himarë.
Die Gebühren gelten jeweils für die konkrete Durchfahrt. Eine Zahlung am Morgen berechtigt also nicht automatisch zur kostenlosen Rückfahrt am selben Tag. Bei der Routenplanung sollte ich deshalb immer mit dem Betrag pro Passage rechnen.
Die aktuellen Preise nach Fahrzeugtyp
Die folgende Übersicht orientiert sich an den derzeit veröffentlichten Richtwerten für 2026. Abgerechnet wird häufig in albanischen Lek. Der Eurobetrag kann sich durch den Wechselkurs leicht verändern, deshalb ist die Anzeige an der Mautstation maßgeblich.
| Strecke | Motorrad | Pkw | Gespann oder Minibus | Wohnmobil |
|---|---|---|---|---|
| Kalimash-Tunnel | 2,50 € | 5,00 € | 5,00 € | 11,30 € |
| Thumanë-Kashar | ca. 1,70 € | ca. 2,50 € | ca. 2,50 € | ca. 6,20 € |
| Llogara-Tunnel | 1,00 € | ca. 2,50 € | 5,00 € | 10,00 € |
Für einen normalen Pkw bleibt die albanische Maut damit überschaubar. Wer beispielsweise von Kosovo über die A1 nach Tirana fährt und zusätzlich den Abschnitt Thumanë-Kashar nutzt, zahlt in einer Richtung ungefähr 7,50 Euro. Mit einem Wohnmobil kann derselbe Weg deutlich teurer werden, weil Höhe und Fahrzeugklasse die Einstufung beeinflussen.
Beim Llogara-Tunnel ist die Gebühr besonders leicht mit einer allgemeinen Straßenmaut zu verwechseln. Sie bezahlen nicht für die gesamte Küstenstraße, sondern nur für die Abkürzung durch den Tunnel. Die alte Route über den Llogara-Pass bleibt als mautfreie Alternative bestehen, dauert aber länger und ist kurviger.
So läuft die Bezahlung an der Mautstelle
Die Maut wird direkt an der jeweiligen Station bezahlt. Nach Angaben des ADAC sind Euro, albanische Lek, Kreditkarten und teilweise EC-Karten üblich. Trotzdem würde ich mich nicht ausschließlich auf eine einzelne Zahlungsmethode verlassen.
- Halten Sie einige kleine Eurobeträge oder Lek griffbereit.
- Prüfen Sie vor der Reise, ob Ihre Bankkarte außerhalb der Eurozone freigeschaltet ist.
- Bewahren Sie den Zahlungsbeleg zumindest bis zur Weiterfahrt auf.
- Achten Sie auf die richtige Fahrzeugklasse, besonders bei Dachaufbauten, Anhängern und Wohnmobilen.
Die Stationen sind klassische Mautstellen mit markierten Fahrspuren. Eine deutsche oder österreichische Mautbox sollten Sie nicht als selbstverständlich einplanen. Für die kurze Durchfahrt lohnt sich die normale Zahlung am Schalter ohnehin meist mehr als eine zusätzliche elektronische Registrierung.
Lohnt sich die gebührenpflichtige Strecke
Bei einem Pkw sind die Beträge gering, der praktische Nutzen kann aber groß sein. Der Thumanë-Kashar-Abschnitt entlastet die Fahrt rund um Tirana und kann je nach Tageszeit Stau und Fahrzeit sparen. Gerade während der Sommersaison ist das ein nachvollziehbarer Grund, die Gebühr zu akzeptieren.
Der Llogara-Tunnel erspart die Fahrt über den Pass. Das ist angenehm, wenn Kinder mitfahren, das Wetter schlecht ist oder das Fahrzeug schwer beladen ist. Wer dagegen Zeit hat und kurvenreiche Panoramastraßen mag, kann die alte Strecke wählen und die Maut umgehen.
Beim Kalimash-Tunnel ist die Entscheidung etwas eindeutiger. Die A1 ist die wichtigste Verbindung zwischen der albanischen Küste, dem Norden des Landes und Kosovo. Die mautfreie Ausweichroute ist nicht in jedem Fall eine gleichwertige Alternative, weshalb die 5 Euro für den Pkw meistens gut angelegt sind.
Diese Fehler machen Autofahrer besonders häufig
Eine Vignette für ganz Albanien kaufen
Eine allgemeine albanische Vignette ist für normale Urlaubsfahrten nicht erforderlich. Wer online ein angebliches Komplettpaket für das Land kauft, sollte vorsichtig sein. Entscheidend sind die wenigen gebührenpflichtigen Strecken, nicht eine pauschale Jahres- oder Wochenmaut.
Nur mit Karte oder nur mit großen Scheinen reisen
Technische Probleme, fehlende Akzeptanz bestimmter Karten oder Wechselgeld können die Zahlung unnötig erschweren. Ich rate deshalb zu einer kleinen Bargeldreserve in Euro und Lek, auch wenn Kartenzahlung grundsätzlich möglich ist.
Wohnmobil und Pkw gleich behandeln
Ein höheres Fahrzeug oder ein Gespann kann in eine andere Tarifklasse fallen. Besonders bei Wohnmobilen sind die Unterschiede deutlich. Vor der Abfahrt sollte ich deshalb die Fahrzeugdaten prüfen und nicht einfach den Pkw-Preis aus der Routenplanung übernehmen.
Die Maut der Nachbarländer vergessen
Die albanischen Gebühren sind nur ein Teil der Gesamtkosten. Auf einer Anreise aus Deutschland können zusätzlich Maut, Vignetten oder Tunnelgebühren in Österreich, Slowenien, Kroatien, Montenegro, Serbien oder Nordmazedonien anfallen. Die komplette Route sollte ich daher separat planen und nicht nur den letzten Reiseabschnitt betrachten.
Mit wenig Aufwand entspannt durch Albanien fahren
Für eine normale Pkw-Reise reicht es, vor der Abfahrt die geplante Route zu prüfen, etwa 10 bis 15 Euro Mautreserve bereitzuhalten und eine funktionierende Zahlungskarte mitzunehmen. Eine landesweite Vignette brauchen Sie nicht.
Die größte Überraschung ist meist nicht die Höhe der albanischen Maut, sondern ihre punktuelle Verteilung. Wer weiß, dass nur einzelne Tunnel und Autobahnabschnitte kostenpflichtig sind, kann frei entscheiden, ob die schnellere Verbindung den kleinen Aufpreis wert ist. Für mich ist das die sinnvollste Strategie: Gebühren dort nutzen, wo sie Zeit und Stress sparen, und ansonsten die mautfreien Straßen genießen.
