400 km/h auf dem Tacho sind für fast jedes Straßenauto reine Fantasie. Der Bugatti Chiron erreicht diese Marke laut Werksangabe jedoch in 32,6 Sekunden. Ich ordne die wichtigsten Beschleunigungswerte ein, erkläre den Unterschied zwischen 0-400 und 0-400-0 und zeige, warum Antrieb, Reifen und Aerodynamik dabei genauso entscheidend sind wie die 1.500 PS.
Die wichtigsten Chiron-Daten auf einen Blick
- 32,6 Sekunden benötigt der Chiron von 0 auf 400 km/h.
- Von 0 auf 100 km/h vergehen nur 2,4 Sekunden.
- Der 8,0-Liter-W16 liefert 1.500 PS und 1.600 Nm.
- Die historische 0-400-0-Fahrt dauerte 41,96 Sekunden.
- Aus 400 km/h kommt der Chiron nach etwa 491 Metern zum Stillstand.

Die wichtigste Zahl liegt bei 32,6 Sekunden
Der serienmäßige Bugatti Chiron beschleunigt von 0 auf 400 km/h in 32,6 Sekunden. Für diese Strecke braucht er nach Werksangaben rund 2.621 Meter. Die Angabe stammt aus einer offiziell begleiteten Testfahrt und beschreibt die reine Beschleunigung, ohne den anschließenden Bremsvorgang.
| Messwert | Zeit | Einordnung |
|---|---|---|
| 0-100 km/h | 2,4 Sekunden | extreme Traktion beim Start |
| 0-200 km/h | 6,1 Sekunden | bereits deutlich schneller als viele Supersportwagen |
| 0-300 km/h | 13,1 Sekunden | die hohe Leistung wirkt auch bei großem Tempo weiter |
| 0-400 km/h | 32,6 Sekunden | der entscheidende Chiron-Werkswert |
Die Zahlen zeigen außerdem, wo die eigentliche Stärke des Chiron liegt. Die ersten 100 km/h sind beeindruckend, aber ab 200 km/h trennt sich die Spreu vom Weizen. Ich finde deshalb den Wert bis 400 km/h aussagekräftiger als einen isolierten Sprint bis 100 km/h, weil er Motor, Getriebe, Übersetzung, Kühlung und Aerodynamik gleichzeitig fordert.
0-400 ist nicht dasselbe wie 0-400-0
Viele Angaben werden verkürzt wiedergegeben. 0-400 km/h beschreibt nur die Beschleunigung. Bei 0-400-0 km/h muss das Fahrzeug anschließend wieder vollständig zum Stillstand kommen. Das ist ein deutlich anspruchsvollerer Test, weil die Bremsanlage und die Aerodynamik ebenso wichtig werden wie der Antrieb.
Bei der 2017 durchgeführten Fahrt beschleunigte der Chiron in 32,6 Sekunden auf 400 km/h und bremste danach in weiteren 9,3 Sekunden bis zum Stillstand. Insgesamt wurden 41,96 Sekunden und eine Distanz von 3,112 Kilometern gemessen. Laut Bugatti Newsroom wurde die Messung von SGS-TÜV Saar begleitet und offiziell zertifiziert.
Aus 400 km/h benötigt der Chiron rund 491 Meter Bremsweg. Der ausfahrbare Heckflügel stellt sich dabei innerhalb von etwa 0,8 Sekunden auf bis zu 49 Grad und wirkt wie eine Airbrake. Bei diesem Tempo entstehen ungefähr zwei g Verzögerung, also eine Belastung, die selbst für erfahrene Fahrer körperlich deutlich spürbar ist.
Warum der Chiron diese Beschleunigung erreicht
Unter der langen Motorhaube arbeitet ein 8,0-Liter-W16 mit vier Turboladern. Der Motor entwickelt 1.500 PS und 1.600 Nm Drehmoment. Die Kraft wird über ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe permanent an alle vier Räder geleitet.
Entscheidend ist nicht nur die Leistung, sondern wie sie eingesetzt wird. Beim Start arbeiten zunächst zwei Turbolader, damit das Ansprechverhalten möglichst direkt bleibt. Ab etwa 3.800 Umdrehungen pro Minute werden die beiden weiteren Lader zugeschaltet. Dadurch entsteht eine ungewöhnlich gleichmäßige Kraftentfaltung mit deutlich weniger Verzögerung, als man bei einem derart großen Motor erwarten könnte.
- Allradantrieb verteilt das Drehmoment auf alle vier Räder und reduziert Traktionsverluste.
- Launch Control nutzt Motor, Getriebe und Elektronik für einen möglichst effizienten Start.
- Michelin-Hochleistungsreifen müssen die enormen Fliehkräfte bei 400 km/h aushalten.
- Aktive Aerodynamik sorgt je nach Geschwindigkeit für Stabilität oder möglichst geringen Luftwiderstand.
Gerade der letzte Punkt wird häufig unterschätzt. Ein Auto kann noch so viel Leistung haben, ab ungefähr 300 km/h wird der Luftwiderstand zum dominierenden Gegner. Der Chiron braucht deshalb nicht nur einen starken Motor, sondern auch eine Karosserie, die bei hoher Geschwindigkeit stabil bleibt und trotzdem nicht zu viel Energie durch Verwirbelungen verliert.
Chiron, Chiron Sport und Super Sport richtig unterscheiden
Hinter der Bezeichnung Chiron stehen mehrere Varianten. Wer Leistungswerte vergleicht, sollte deshalb genau auf das Modell achten. Der normale Chiron und der Chiron Sport werden häufig gemeinsam genannt, während der Chiron Super Sport durch mehr Leistung und eine veränderte Aerodynamik deutlich schneller auf 400 km/h kommt.
| Modell | Leistung | 0-400 km/h | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Chiron | 1.500 PS | 32,6 Sekunden | Grundmodell mit ausgeprägter Langstrecken- und Komfortorientierung |
| Chiron Sport | 1.500 PS | 32,6 Sekunden | mehr Fokus auf Handling und geringeres Gewicht |
| Chiron Super Sport | 1.600 PS | 28,6 Sekunden | längere Übersetzung und optimierte Aerodynamik für hohe Geschwindigkeiten |
Der Super Sport ist damit nicht einfach ein Chiron mit einer anderen Ausstattung. Bugatti veränderte unter anderem die Turbolader, die Karosserieform und die Übersetzung des siebten Gangs. Der Hersteller nennt für diese Variante eine Zeit von 28,6 Sekunden bis 400 km/h, also rund vier Sekunden weniger als beim ursprünglichen Chiron. Die abweichenden Werte erklärt Bugatti mit dem stärkeren Antrieb und den Änderungen für die Langstrecken-Hochgeschwindigkeit.
Was die 32,6 Sekunden im Alltag wirklich bedeuten
Für den normalen Straßenverkehr ist die Zahl vor allem ein technischer Maßstab. Schon 200 km/h sind auf öffentlichen Straßen eine enorme Geschwindigkeit, und 400 km/h gehören ausschließlich auf eine geeignete, abgesperrte Teststrecke. Eine freie Autobahn macht aus einem solchen Versuch keine sichere Messumgebung.
Auch die offiziellen Werte lassen sich nicht beliebig wiederholen. Reifen müssen die richtige Temperatur und Freigabe haben, der Asphalt muss sauber und trocken sein, der Tankinhalt beeinflusst das Gewicht und Wind sowie Außentemperatur wirken sich auf die Messung aus. Dazu kommen der Zustand des Fahrzeugs, die Softwarekalibrierung und das verwendete Messsystem.
Ich würde die 32,6 Sekunden deshalb als Werks- und Testwert unter kontrollierten Bedingungen verstehen, nicht als Versprechen für jede Fahrt. Bei einem Vergleich sollten immer dieselben Kriterien gelten: gleiche Modellvariante, gleiche Messmethode, gleiche Fahrtrichtung und möglichst vergleichbare Streckenbedingungen.
Warum die 400-km/h-Marke beim Chiron so besonders bleibt
Der Chiron beeindruckt nicht allein durch seine Höchstgeschwindigkeit. Seine eigentliche Leistung besteht darin, dass er Beschleunigung, Stabilität, Kühlung und Bremsbarkeit in einem straßenzugelassenen Gesamtkonzept zusammenführt. Genau diese Kombination macht den Wert von 32,6 Sekunden aussagekräftiger als eine reine PS-Zahl.
Für die Einordnung genügt daher eine einfache Faustregel. Der normale Chiron schafft 0 bis 400 km/h in 32,6 Sekunden, die komplette 0-400-0-Fahrt dauert 41,96 Sekunden, und der Super Sport verkürzt die Beschleunigungsphase auf 28,6 Sekunden. Mehr sollte man aus den Zahlen nicht herauslesen, aber weniger wäre ebenfalls falsch, denn hinter ihnen steckt ein Zusammenspiel aus Motor, Allradantrieb, Reifen, Getriebe und aktiver Aerodynamik, das auch 2026 noch außergewöhnlich ist.
