Wer mit dem Auto durch die Niederlande fährt, braucht normalerweise weder eine Vignette noch ein allgemeines Autobahnmaut-Ticket. Gebühren fallen nur an wenigen Stellen an, vor allem auf der A24 bei Rotterdam und im Kiltunnel. Ich zeige, welche Kosten 2026 für Pkw, Wohnmobile, Gespanne und Lkw gelten und wie sich unnötige Nachzahlungen vermeiden lassen.
Für normale Pkw bleibt die Maut in den Niederlanden eine Ausnahme
- Keine Vignette und keine allgemeine Pkw-Maut auf niederländischen Autobahnen.
- Die A24 bei Rotterdam kostet für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen 1,57 Euro pro Fahrt.
- Der Kiltunnel berechnet für Fahrzeuge unter 2,30 Metern 2 Euro.
- Die Westerscheldetunnel ist für die meisten Pkw und Motorräder mautfrei.
- Für Lkw über 3,5 Tonnen gilt seit dem 1. Juli 2026 eine kilometerabhängige Maut.

Für Pkw gibt es keine allgemeine Maut auf niederländischen Autobahnen
Die Niederlande funktionieren für Autofahrer anders als Österreich, die Schweiz oder Frankreich. Wer auf der A1, A2, A12 oder A67 unterwegs ist, benötigt keine Autobahnvignette und zahlt normalerweise auch keine kilometerabhängige Pkw-Maut.
Gebühren gibt es nur auf einzelnen Bauwerken oder Strecken. Für eine typische Fahrt von Deutschland an die niederländische Küste, nach Amsterdam oder nach Utrecht entstehen deshalb meist keine zusätzlichen Straßenkosten. Ich würde trotzdem vor der Abfahrt kurz die Route prüfen, denn Navigationsgeräte führen Reisende bei Rotterdam gern über die mautpflichtige A24.
Für deutsche Urlauber ist außerdem wichtig, die niederländische Regelung nicht mit der belgischen Maut zu verwechseln. Wer über Antwerpen fährt, kann je nach Route den belgischen Liefkenshoektunnel nutzen. Das ist eine separate Gebühr und gehört nicht zur niederländischen Straßenmaut.
Die A24 bei Rotterdam verlangt elektronische Streckenmaut
Die A24, auch Blankenburgverbinding genannt, verbindet die A15 bei Rozenburg mit der A20 bei Vlaardingen. Die Strecke wurde am 7. Dezember 2024 eröffnet und umfasst unter anderem die Hollandtunnel und die Maasdeltatunnel. Für die Finanzierung wird eine digitale Maut pro Durchfahrt erhoben.
Es gibt keine Mautstation und keine Schranke. Kameras erfassen das Kennzeichen, anschließend muss die Zahlung über das niederländische e-TOL-System erfolgen. Auch Fahrzeuge mit deutschem Kennzeichen sind zahlungspflichtig.
| Fahrzeug | Gebühr pro Fahrt 2026 |
|---|---|
| Pkw, Motorrad, Lieferwagen und Wohnmobil bis 3,5 t | 1,57 Euro |
| Elektrofahrzeug bis 4,25 t | 1,57 Euro |
| Lkw und andere Fahrzeuge über 3,5 t | 9,49 Euro |
| Wohnwagen oder Anhänger | Kein Aufpreis |
So funktioniert die Zahlung
Die Gebühr kann bis zu sieben Tage vor der Fahrt oder innerhalb von 72 Stunden danach bezahlt werden. Für deutsche Reisende ist die Zahlung per Kreditkarte meist am unkompliziertesten. Mehrere Fahrten lassen sich zusammen bezahlen, allerdings höchstens vier auf einmal.
Wer häufig über die A24 fährt, kann eine automatische Zahlung über einen zugelassenen Dienstanbieter einrichten. Bei einem Miet- oder Leasingfahrzeug sollte ich vorher klären, ob der Halter die Maut übernimmt. Darauf würde ich mich nicht blind verlassen, denn häufig bleibt die Zahlung trotz Mietvertrag beim Fahrer.
Lesen Sie auch: Frankreich-Maut richtig planen - Tarife, Klassen und Spartipps
Was bei einer verspäteten Zahlung passiert
Wer die Frist verpasst, erhält eine Zahlungsaufforderung per Post. Seit Dezember 2025 kommen dafür 9 Euro Verwaltungsgebühr hinzu. Wird auch die Erinnerung nicht bezahlt, kann eine Geldbuße von 35 Euro zusätzlich zur offenen Maut folgen.
Mein praktischer Rat ist einfach: Nach einer Fahrt über die A24 zahle ich sofort, statt mich auf eine spätere Erinnerung zu verlassen. Die niederländische Behörde verschickt nämlich nicht automatisch eine Nachricht direkt nach der Durchfahrt.
Am Kiltunnel entscheidet die Fahrzeughöhe über den Preis
Der Kiltunnel liegt auf der N217 zwischen Dordrecht und ’s-Gravendeel und ist rund 900 Meter lang. Er ist für Reisende interessant, die zwischen Dordrecht und der Hoeksche Waard unterwegs sind. Anders als bei der A24 wird die Gebühr dort direkt an der Mautstelle bezahlt.
| Fahrzeughöhe inklusive Ladung | Barzahlung | Telecard |
|---|---|---|
| Unter 2,30 Meter | 2 Euro | 1,45 Euro |
| Ab 2,30 Meter | 5 Euro | 3,80 Euro |
Die Höhe wird einschließlich Dachbox, Ladung und weiterer Aufbauten betrachtet. Ein normaler Pkw fällt fast immer in den günstigen Tarif. Bei einem hohen Wohnmobil, einem Transporter oder einem Fahrzeug mit Dachaufbau sollte ich die tatsächliche Höhe vorher messen, denn einige Zentimeter können den Preis mehr als verdoppeln.
Bezahlt werden kann bar oder mit gängigen Debit- und Kreditkarten. Für regelmäßige Nutzer gibt es die Telecard mit vergünstigten Tarifen. Für eine einzelne Urlaubsfahrt lohnt sie sich aus meiner Sicht normalerweise nicht, weil die Ersparnis den zusätzlichen Aufwand kaum rechtfertigt.
Die Westerscheldetunnel ist für normale Autos mautfrei
Die Westerscheldetunnel verbindet Zuid-Beveland bei Goes mit Zeeuws-Vlaanderen bei Terneuzen. Sie war lange eine wichtige Ausnahme für Pkw, ist seit dem 30. Dezember 2024 für die meisten Autos und Motorräder jedoch kostenlos.
Gebührenpflichtig bleiben vor allem Fahrzeuge mit einer Höhe von mehr als drei Metern. Für die üblichen schweren Fahrzeuge gelten derzeit folgende Standardtarife pro Durchfahrt:
| Kategorie | Standardtarif | Mit T-Tag |
|---|---|---|
| Unter 12 Meter Länge und über 3 Meter Höhe | 18,20 Euro | 11 Euro |
| Über 12 Meter Länge und über 3 Meter Höhe | 25 Euro | 15 Euro |
Bestimmte Wohnmobile der gebührenfreien Kategorie 5 können auch bei größerer Höhe kostenlos passieren. Bei einem hohen Kastenwagen, Bus oder Lkw würde ich mich dagegen nicht auf die Pkw-Regel verlassen, sondern die Fahrzeugkategorie vor der Reise prüfen.
Die Zahlung erfolgt an der Mautstelle per Karte, Kreditkarte oder teilweise bar. Ein T-Tag lohnt sich vor allem für gewerbliche Nutzer und Pendler. Für Touristen ist die wichtigste Information, dass ein gewöhnlicher Pkw unter drei Metern keine Gebühr und keine vorherige Registrierung benötigt.
Für Lkw gilt seit Juli 2026 ein eigenes Mautsystem
Seit dem 1. Juli 2026 müssen in den Niederlanden Lkw der Fahrzeugklassen N2 und N3 über 3,5 Tonnen eine kilometerabhängige Lkw-Maut bezahlen. Sie gilt auf fast allen Autobahnen sowie auf ausgewählten Provinz- und Gemeindestraßen. Betroffen sind niederländische und ausländische Fahrzeuge gleichermaßen.
Jeder mautpflichtige Lkw braucht eine funktionierende On-Board-Unit, kurz OBU. Das deutsche Toll-Collect-Gerät und die belgische Satellic-Box können für dieses niederländische System nicht verwendet werden. Transportunternehmen müssen deshalb einen zugelassenen Dienstanbieter wählen.
Die Höhe der Gebühr hängt von der technischen Gesamtmasse, der CO₂-Emissionsklasse und der Euro-Emissionsklasse ab. Für den Zeitraum vom 1. September bis zum 31. Dezember 2026 gilt vorübergehend ein Rabatt von 22,3 Prozent. Die regulären Tarife bewegen sich je nach Fahrzeug ungefähr zwischen wenigen Cent und knapp 0,50 Euro pro Kilometer.
Ein Wohnmobil fällt nicht automatisch in die Lkw-Maut, nur weil es schwerer als 3,5 Tonnen ist. Entscheidend ist die Fahrzeugklasse im Fahrzeugschein. Die kilometerabhängige Regelung betrifft N2- und N3-Fahrzeuge, während ein als Wohnmobil zugelassenes Fahrzeug anders eingeordnet sein kann. Die einzelne Durchfahrt über die A24 kann für ein schweres Wohnmobil trotzdem 9,49 Euro kosten.
So plane ich die Fahrt ohne Mautüberraschung
Vor einer Reise prüfe ich zuerst, ob die Route tatsächlich über die A24 führt. Die Strecke spart im Raum Rotterdam oft Zeit, ist aber nicht zwingend erforderlich. Als Alternativen kommen je nach Ziel beispielsweise die Beneluxtunnel oder die Van-Brienenoordbrug infrage, wobei dort zu Stoßzeiten deutlich mehr Verkehr auftreten kann.
- Bei einer Fahrt über die A24 die Zahlung innerhalb von 72 Stunden erledigen.
- Bei Mietwagen und Leasingfahrzeugen die Mautregelung im Vertrag prüfen.
- Bei hohen Fahrzeugen die Höhe inklusive Dachaufbau und Ladung messen.
- Die Westerscheldetunnel nicht mit der weiterhin kostenpflichtigen Durchfahrt für hohe Fahrzeuge verwechseln.
- Bei Lkw über 3,5 Tonnen rechtzeitig eine niederlande-taugliche OBU organisieren.
Für die klassische Urlaubsfahrt mit einem normalen Pkw ist die Sache erfreulich überschaubar. Ich kalkuliere meist nur dann eine Straßenmaut ein, wenn Rotterdam über die A24 auf der Strecke liegt oder die Route durch den Kiltunnel führt.
Die wichtigsten Zahlen für die Reise im eigenen Auto
Für die meisten Autofahrer reichen drei Werte aus. Die A24 kostet 1,57 Euro, der Kiltunnel kostet je nach Höhe 2 oder 5 Euro, und die Westerscheldetunnel ist für normale Pkw gebührenfrei.
Damit bleibt die niederländische Maut im europäischen Vergleich unkompliziert. Wer die wenigen Sonderstrecken kennt und die elektronische Zahlung der A24 nicht vergisst, kann die Reise zuverlässig planen, ohne an jeder Autobahn mit einer neuen Gebühr rechnen zu müssen.
