Wer mit dem Auto nach Vaduz fährt, kann an der Grenze eine unangenehme Überraschung erleben: Liechtenstein selbst erhebt keine Straßenmaut, die Anreise führt aber meist durch die Schweiz oder Österreich. Entscheidend ist deshalb nicht die kurze Fahrt durch das Fürstentum, sondern die gewählte Autobahnroute dorthin.
Für Liechtenstein selbst zahlen Sie keine Straßenmaut
- 0 CHF Maut auf den Straßen Liechtensteins
- Die Schweizer Vignette kostet 40 CHF und gilt 14 Monate
- Auf der österreichischen A14 zwischen Hörbranz und Hohenems ist keine Vignette nötig
- Ab Hohenems Richtung Feldkirch gilt in Österreich meist die Vignettenpflicht
- Ohne gültige Schweizer Vignette drohen 200 CHF Buße plus Vignettenkosten

In Liechtenstein selbst gibt es keine Maut
Liechtenstein besitzt keine Autobahn und keine mautpflichtigen Straßen. Für die Fahrt durch Vaduz, Schaan, Balzers oder die Bergorte des Landes brauchen Sie daher weder eine landeseigene Vignette noch ein elektronisches Mautgerät. Auch an den Übergängen aus der Schweiz und Österreich gibt es keine Mautstationen.
Das bestätigt auch das Auswärtige Amt in seinen Reisehinweisen. Die Straßenbenutzung im Fürstentum ist kostenlos. Parkgebühren, private Parkplätze und mögliche Gebühren für einzelne Angebote sind davon getrennt zu betrachten.
Die Grenze wirkt auf viele Reisende unspektakulär, weil zwischen der Schweiz und Liechtenstein normalerweise keine klassische Zollkontrolle stattfindet. Genau deshalb übersehen manche Autofahrer, dass sie zuvor bereits eine gebührenpflichtige Schweizer oder österreichische Autobahn benutzt haben.
Die Route aus Deutschland entscheidet über die Kosten
Von München aus führt die schnelle Verbindung meist über die A96 und die österreichische A14 in Richtung Feldkirch. Wer aus der Schweiz oder aus westlichen Teilen Deutschlands anreist, nutzt dagegen häufig die Schweizer Autobahnen A3 und A13. Ich prüfe bei dieser Strecke immer zuerst die Länder, durch die die Autobahn tatsächlich führt, und nicht nur das Zielland im Navigationsgerät.
| Route | Gebühr für Pkw bis 3,5 t | Worauf Sie achten müssen |
|---|---|---|
| Über die Schweiz | Schweizer Jahresvignette für 40 CHF | Gilt auf Schweizer Autobahnen und Autostraßen, auch bei kurzer Nutzung |
| Über Österreich | Je nach Strecke keine oder österreichische Vignette | Die A14 zwischen Hörbranz und Hohenems ist vignettenfrei |
| Nur über Landstraßen | Keine Autobahnvignette | Meist längere Fahrzeit und höhere Belastung durch Ortsdurchfahrten |
Die Navigation kann eine mautpflichtige Strecke automatisch bevorzugen. Wer Gebühren vermeiden möchte, muss deshalb in den Routeneinstellungen Autobahnen und mautpflichtige Straßen ausschließen. Das spart zwar die Vignette, lohnt sich bei einer einzelnen Fahrt aber nicht immer, weil zusätzliche Kilometer, Staus und Fahrzeit den Vorteil schnell aufzehren.
Wann die Schweizer Vignette erforderlich ist
Auf Schweizer Autobahnen und Autostraßen gilt für Pkw, Motorräder und Anhänger bis 3,5 Tonnen grundsätzlich eine Nationalstraßenabgabe. Sie wird mit einer Klebevignette oder einer digitalen E-Vignette entrichtet. Die digitale Variante ist mit dem Kennzeichen verknüpft und kann vor der Fahrt online gekauft werden.
Der Preis beträgt 40 CHF. Die Vignette gilt vom 1. Dezember des Vorjahres bis zum 31. Januar des Folgejahres, also insgesamt 14 Monate. Eine Tages-, Wochen- oder Monatsvignette gibt es in der Schweiz nicht. Für eine einzige Durchfahrt muss daher ebenfalls die Jahresvignette gekauft werden, sofern Sie die Schweizer Autobahn nutzen.
Das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit weist außerdem darauf hin, dass Anhänger eine eigene Vignette benötigen. Bei einem Wohnmobil über 3,5 Tonnen gelten andere Regeln über die pauschale Schwerverkehrsabgabe. Für einen normalen Pkw mit kleinem Anhänger ist diese Unterscheidung besonders wichtig.
Wer ohne gültigen Nachweis auf einer gebührenpflichtigen Schweizer Straße fährt, muss mit 200 CHF Buße rechnen und die Vignette zusätzlich bezahlen. Die digitale Vignette ist praktisch, aber ich würde sie ausschließlich über das offizielle Schweizer Portal erwerben, da im Internet immer wieder täuschend echte Zusatzanbieter und Phishing-Seiten auftauchen.
Was auf der österreichischen Strecke gilt
Für die Anreise aus Deutschland ist die österreichische A14 besonders relevant. Der Abschnitt von der Staatsgrenze bei Hörbranz bis zur Anschlussstelle Hohenems ist von der Vignettenpflicht ausgenommen. Wer dort abfährt und auf Bundes- oder Landstraßen weiterfährt, benötigt für diesen Abschnitt keine österreichische Vignette.
Anders sieht es aus, wenn Sie ab Hohenems weiter auf der A14 in Richtung Dornbirn, Feldkirch oder Rankweil fahren. Dann brauchen Pkw bis 3,5 Tonnen eine österreichische Vignette. Für 2026 liegen die Preise bei 9,60 Euro für einen Tag, 12,80 Euro für zehn Tage, 32 Euro für zwei Monate und 106,80 Euro für ein Jahr.
Die österreichische 1-Tages-Vignette gilt für einen Kalendertag, nicht für 24 Stunden. Für eine Hin- und Rückfahrt an unterschiedlichen Tagen ist deshalb häufig die 10-Tages-Vignette für 12,80 Euro die unkompliziertere Lösung. Die aktuellen Ausnahmen und Tarife veröffentlicht ASFINAG in seinen Mautinformationen.
Eine zusätzliche Streckenmaut für einen Tunnel fällt auf der üblichen A14-Anreise nach Liechtenstein normalerweise nicht an. Sondermautstrecken wie Brenner, Arlberg oder bestimmte Tunnel liegen auf anderen Routen und werden nur relevant, wenn Ihre Reiseplanung diese Abschnitte einbezieht.
Diese Punkte sind bei der Autofahrt wichtiger als die Maut
Innerhalb Liechtensteins können Sie sich auf ein gut ausgebautes Straßennetz verlassen. In den Bergen ändern sich die Bedingungen jedoch schnell. Für Fahrten nach Triesenberg oder Malbun sollte ich im Winter immer Winterreifen, ausreichend Frostschutz und gegebenenfalls Schneeketten einplanen. Eine kostenlose Straße ist bei Schnee nicht automatisch eine einfache Straße.
Auch die lokalen Verkehrsregeln verdienen Aufmerksamkeit. Tagfahrlicht oder Abblendlicht ist vorgeschrieben, und Geschwindigkeitsverstöße können teuer werden. Das Fürstentum nutzt Schweizer Franken, wobei Kartenzahlung weit verbreitet ist und Euro in vielen Fällen akzeptiert werden, allerdings nicht immer zum besten Wechselkurs.
Beim Parken in Vaduz und den Gemeinden sollten Sie die Beschilderung genau lesen. Gebührenpflichtige Parkplätze und zeitliche Beschränkungen sind keine Maut, können aber trotzdem zu einer Rechnung führen, wenn die Parkscheibe oder der digitale Parknachweis fehlt.
So plane ich die günstigste Anreise nach Liechtenstein
Für eine Fahrt aus München würde ich zunächst prüfen, ob die Route über die A14 bis Hohenems reicht oder ob das Navigationsgerät die Weiterfahrt über den vignettenpflichtigen Abschnitt nach Feldkirch plant. Wer die österreichische Autobahn nur zwischen Hörbranz und Hohenems nutzt, kann die Vignette sparen. Für die Weiterfahrt auf der A14 ist die 1-Tages- oder 10-Tages-Variante meist ausreichend.
Wer über die Schweiz fährt, sollte die 40 CHF für die Schweizer Vignette fest einplanen. Direkt nach Liechtenstein einzureisen befreit nicht von dieser Zahlung, wenn zuvor eine Schweizer Nationalstraße benutzt wurde.
Die kurze Antwort lautet daher: Liechtenstein verlangt selbst keine Maut. Bezahlen müssen Sie nur die Vignette des Nachbarlandes, dessen Autobahn Sie auf dem Weg dorthin tatsächlich nutzen.
