Seit wann gibt es Automatikautos und was ändert das E-Auto?

Mustafa Heller 4. Mai 2026
Hand bedient Automatik-Schaltung. Seit wann gibt es Automatik-Autos? Die Anfänge liegen im frühen 20. Jahrhundert, doch erst seit den 1950ern wurden sie populär.

Inhaltsverzeichnis

Wer heute im Stadtverkehr entspannt unterwegs sein möchte, greift häufig zum Automatikauto. Doch diese Technik ist keineswegs neu: Die ersten serienreifen Systeme entstanden bereits vor dem Zweiten Weltkrieg. Ich zeige, seit wann es Automatikautos gibt, warum sie sich in Deutschland langsamer durchsetzten und weshalb Elektroautos das klassische Getriebe heute grundlegend verändern.

Automatikautos gibt es seit den 1940er-Jahren in Serie

  • 1939/1940 brachte General Motors mit der Hydra-Matic die erste vollautomatische Pkw-Schaltung in Großserie.
  • Ab 1961 bot Mercedes-Benz Automatikgetriebe auch in deutschen Serienfahrzeugen an.
  • In den 1960er- und 1970er-Jahren wurde die Technik in Europa zunehmend alltagstauglich.
  • Moderne Fahrzeuge nutzen Wandlerautomaten, Doppelkupplungsgetriebe oder CVT-Systeme.
  • Elektroautos benötigen meist kein mehrstufiges Getriebe, weil Elektromotoren ein breites Drehzahlband abdecken.

Old cars with automatic transmission: A 1900s Mack Bros. truck and a horseless carriage, with a Santa figure.

Seit wann gibt es Automatikautos in Serie?

Die kurze Antwort lautet seit 1940. General Motors führte die Hydra-Matic zunächst im Oldsmobile des Modelljahres 1940 ein. Dabei handelte es sich um die erste vollautomatische Pkw-Schaltung, die in nennenswerten Stückzahlen produziert wurde.

Der Fahrer musste weder kuppeln noch die Gänge selbst wechseln. Ein hydraulischer Drehmomentwandler übertrug die Kraft vom Motor, während ein Planetengetriebe die passenden Übersetzungen bereitstellte. Für damalige Verhältnisse war das ein großer Komfortsprung, auch wenn die frühen Systeme schwer, technisch aufwendig und nicht besonders sparsam waren.

Ganz plötzlich entstand die Automatik allerdings nicht. Schon in den 1920er- und 1930er-Jahren gab es halbautomatische Lösungen, Vorwählgetriebe und automatische Kupplungen. Diese Systeme nahmen dem Fahrer einzelne Arbeitsschritte ab, waren aber noch keine Vollautomaten im heutigen Sinn.

In den USA verbreitete sich die Automatik nach 1940 vergleichsweise schnell. Große Motoren lieferten genug Drehmoment, lange Straßen begünstigten komfortables Fahren und der höhere Preis spielte bei vielen Fahrzeugen eine geringere Rolle. In Europa sah die Ausgangslage anders aus.

Europäische Autos waren häufig kleiner, leichter und mit schwächeren Motoren ausgestattet. Die frühen Wandlerautomaten passten deshalb nicht immer gut zu den kompakten Fahrzeugen. Außerdem galten sie als teuer, durstig und träge. Diese Vorurteile hielten sich in Deutschland über Jahrzehnte.

Mercedes-Benz bot ab 1961 ein eigenes Automatikgetriebe im 300 SE an. Damit wurde die Technik auch in deutschen Oberklassefahrzeugen sichtbarer. ZF entwickelte in den 1960er-Jahren mit dem 3HP12 ein eigenes Dreigang-Automatikgetriebe, das unter anderem in Fahrzeugen von BMW und Peugeot eingesetzt wurde.

Der Durchbruch im europäischen Alltag kam aber nicht mit einem einzigen Modell. Entscheidend waren bessere Getriebekonstruktionen, steigende Produktionszahlen und mehr Erfahrung in den Werkstätten. In den 1970er- und 1980er-Jahren wurde die Automatik deshalb zunehmend auch für Mittelklassefahrzeuge interessant.

Wie sich Automatikgetriebe technisch weiterentwickelt haben

Die erste Generation arbeitete überwiegend hydraulisch. Sensoren und Öldruck bestimmten, wann ein Gangwechsel ausgelöst wurde. Moderne Getriebe werden dagegen von einer elektronischen Steuerung überwacht, die unter anderem Geschwindigkeit, Motordrehzahl, Lastzustand und Fahrpedalstellung auswertet.

Getriebeart Funktionsweise Typische Stärke
Wandlerautomatik Drehmomentwandler und Planetenradsätze wechseln die Gänge automatisch. Sanftes Anfahren und hohe Alltagstauglichkeit
Doppelkupplungsgetriebe Zwei Kupplungen bereiten den nächsten Gang vor und wechseln sehr schnell. Direktes Fahrgefühl und schnelle Schaltvorgänge
CVT-Getriebe Eine stufenlose Übersetzung hält den Motor möglichst im passenden Drehzahlbereich. Ruhiges Fahren und effiziente Anpassung
Automatisiertes Schaltgetriebe Ein automatischer Aktuator betätigt Kupplung und Schaltung eines normalen Getriebes. Einfache Konstruktion und niedrige Systemkosten

Ab den 1990er-Jahren verbesserten sich Schaltkomfort und Zuverlässigkeit deutlich. Später kamen sechs, acht oder sogar mehr Fahrstufen hinzu. Das senkte bei vielen Fahrzeugen die Motordrehzahl auf der Autobahn und half, Verbrauch und Abgasemissionen zu reduzieren.

Ich halte die Zahl der Gänge allerdings nicht automatisch für ein Qualitätsmerkmal. Ein gut abgestimmtes Sechsganggetriebe kann angenehmer fahren als ein hektisch schaltender Automat mit neun oder zehn Stufen. Entscheidend sind Software, Abstimmung, Wartung und der Einsatzbereich des Fahrzeugs.

Was Automatikautos heute im Alltag besser machen

Der größte Vorteil liegt für mich im Stadtverkehr. Beim Stop-and-go entfallen ständiges Kuppeln und Schalten, wodurch die Fahrt deutlich entspannter wird. Auch beim Rangieren, an Steigungen oder im Stau lässt sich die Geschwindigkeit präziser dosieren.

Moderne Automatikautos sind außerdem nicht mehr grundsätzlich durstiger als Schaltwagen. Bei vielen Modellen erzielen elektronisch gesteuerte Getriebe sogar einen niedrigeren Verbrauch, weil sie den optimalen Gang schneller wählen. Das gilt besonders bei gleichmäßiger Fahrt und gut abgestimmten Motoren.

Es gibt aber weiterhin Kompromisse. Ein Automatikgetriebe kann den Kaufpreis erhöhen, zusätzliche Wartung benötigen und bei einem Defekt teuer zu reparieren sein. Bei einem Gebrauchtwagen achte ich deshalb besonders auf ruckfreies Anfahren, saubere Gangwechsel und nachvollziehbare Wartungsnachweise.

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Typische Bedienfehler vermeiden

  • Erst bei vollständigem Stillstand von D oder R auf die Gegenrichtung wechseln.
  • Beim Parken die Feststellbremse verwenden und nicht allein auf P vertrauen.
  • Die vom Hersteller vorgeschriebenen Getriebeölwechsel nicht ignorieren, auch wenn im Prospekt von einer „lebenslangen Füllung“ die Rede ist.
  • Beim Abschleppen die Vorgaben des Fahrzeugherstellers beachten, da nicht jedes Automatikgetriebe frei rollen darf.

Welche Rolle Elektroautos für die Zukunft der Automatik spielen

Elektroautos haben die Diskussion über Automatikgetriebe verändert. Ein Elektromotor liefert bereits bei niedriger Drehzahl hohes Drehmoment und arbeitet über einen großen Drehzahlbereich effizient. Deshalb reicht bei den meisten batterieelektrischen Fahrzeugen ein einstufiges Reduktionsgetriebe aus.

Technisch ist das kein Automatikgetriebe mit mehreren schaltbaren Gängen. Für den Fahrer fühlt es sich aber ähnlich an, weil kein Kupplungspedal vorhanden ist und kein Gangwechsel organisiert werden muss. Vorwärts- und Rückwärtsfahrt werden meist über die Drehrichtung des Elektromotors geregelt.

Hybridfahrzeuge gehen einen eigenen Weg. Sie kombinieren Verbrennungsmotor und Elektromotor und nutzen je nach Konzept eine Wandlerautomatik, ein Doppelkupplungsgetriebe oder ein speziell aufgebautes Leistungsverzweigungsgetriebe. Dadurch kann ein Hybrid trotz unterschiedlicher Antriebe sehr weich beschleunigen.

Für mich ist das der interessanteste Wandel in der Getriebegeschichte. Die Automatik wurde ursprünglich entwickelt, um dem Fahrer Schaltarbeit abzunehmen. Im Elektroauto entfällt ein großer Teil dieser Arbeit nicht durch ein komplizierteres Getriebe, sondern durch den Antrieb selbst.

Was die Führerscheinregelung in Deutschland bedeutet

Seit dem 1. April 2021 kann die praktische Prüfung der Klasse B in Deutschland unter bestimmten Voraussetzungen mit einem Automatikfahrzeug abgelegt werden, ohne dass die Fahrerlaubnis anschließend ausschließlich auf Automatikautos beschränkt ist.

Dafür sind in der Fahrschule mindestens 10 Fahrstunden à 45 Minuten mit einem Schaltwagen und eine mindestens 15-minütige Testfahrt vorgesehen. Wer diese Regelung nutzt, sollte sich die Voraussetzungen vor der Anmeldung von der Fahrschule genau erklären lassen.

Das passt zur technischen Entwicklung. Viele neue Fahrzeuge, insbesondere Elektro- und Hybridmodelle, werden ohne klassisches Schaltgetriebe angeboten. Für den Führerschein ist deshalb wichtiger geworden, beide Antriebswelten sicher zu beherrschen, statt die Getriebetechnik als Qualitätsfrage zu betrachten.

Von der Hydra-Matic zum Elektroantrieb

Automatikautos gibt es in ihrer vollautomatischen Serienform seit 1940. In Deutschland setzte sich die Technik zunächst langsam durch, wurde aber ab den 1960er-Jahren mit Fahrzeugen von Mercedes-Benz, BMW und anderen Herstellern zunehmend vertraut.

Heute entscheidet nicht mehr allein die Frage „Automatik oder Schaltung“. Wandler, Doppelkupplung, CVT und Elektroantrieb bieten jeweils andere Eigenschaften. Wer ein Fahrzeug auswählt, sollte deshalb vor allem auf Fahrprofil, Wartungskosten, Anhängelast und persönliches Komfortempfinden achten. Für tägliche Wege in und um München ist eine gut abgestimmte Automatik oft die angenehmere Lösung, während Elektroautos das Prinzip des einfachen Fahrens noch konsequenter umsetzen.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Das Material wurde mit Unterstützung moderner Analyse- und Sprachwerkzeuge (KI) erstellt. Konsultieren Sie vor einer Entscheidung einen Experten.

Häufig gestellte Fragen

General Motors führte die Hydra-Matic im Modelljahr 1940 zunächst im Oldsmobile ein. Sie gilt als erste vollautomatische Pkw-Schaltung, die in nennenswerten Stückzahlen produziert wurde. Frühere Systeme aus den 1920er- und 1930er-Jahren waren meist nur halbautomatisch.

Europäische Autos waren häufig kleiner und hatten schwächere Motoren, zu denen die frühen, schweren Wandlerautomaten weniger gut passten. Außerdem galten sie als teuer, durstig und träge. Mercedes-Benz bot ab 1961 Automatikgetriebe im 300 SE an, während der breitere Durchbruch in Mittelklassefahrzeugen erst in den 1970er- und 1980er-Jahren kam.

Wandlerautomatiken ermöglichen sanftes Anfahren und sind alltagstauglich. Doppelkupplungsgetriebe schalten durch zwei Kupplungen besonders schnell und direkt, CVT-Getriebe arbeiten stufenlos und halten den Motor im passenden Drehzahlbereich. Automatisierte Schaltgetriebe verwenden Aktuatoren für Kupplung und Gangwechsel und können dadurch kostengünstiger konstruiert sein.

Elektromotoren liefern schon bei niedriger Drehzahl hohes Drehmoment und arbeiten über einen großen Drehzahlbereich effizient. Deshalb reicht meist ein einstufiges Reduktionsgetriebe aus. Für den Fahrer fühlt sich das ähnlich einfach an wie ein Automatikauto, obwohl keine mehreren Gänge geschaltet werden.

Seit dem 1. April 2021 kann die praktische Prüfung unter bestimmten Voraussetzungen mit einem Automatikfahrzeug abgelegt werden, ohne dass die Fahrerlaubnis anschließend ausschließlich auf Automatikautos beschränkt ist. Dafür sind mindestens 10 Fahrstunden à 45 Minuten mit einem Schaltwagen und eine mindestens 15-minütige Testfahrt vorgesehen. Die konkreten Voraussetzungen sollten vor der Anmeldung mit der Fahrschule geklärt werden.

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Autor Mustafa Heller
Mustafa Heller
Mein Name ist Mustafa Heller und seit nunmehr acht Jahren beschäftige ich mich intensiv mit den Themen Mobilität, Reisen und allem, was dazugehört, wenn es um Autos geht. Diese Leidenschaft hat mich dazu gebracht, mein Wissen und meine Erfahrungen hier auf renaultmuenchen-ottobrunn.de zu teilen. Ich liebe es, komplexe Sachverhalte rund um Fahrzeuge verständlich zu erklären und Lesern dabei zu helfen, fundierte Entscheidungen zu treffen, sei es bei der Wahl des richtigen Autos, der Planung einer Reise oder einfach nur, um ihr Verständnis für die Technik zu vertiefen. Dabei lege ich großen Wert darauf, Informationen gründlich zu recherchieren, verschiedene Quellen zu vergleichen und stets aktuelle Trends im Blick zu behalten, damit Sie stets nützliche und verlässliche Einblicke erhalten.

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