Schon beim Verlassen des Flughafens merkt man, dass Malta fahrtechnisch anders funktioniert als Deutschland. Auf der Insel gilt Linksverkehr, dazu kommen enge Straßen, viele Kreisverkehre und dichter Verkehr in den Ballungsräumen. Ich zeige, worauf es beim Fahren, beim Mietwagen und bei möglichen Gebühren in Malta wirklich ankommt.
Die wichtigsten Regeln für eine entspannte Autofahrt durch Malta
- Links fahren und an Kreuzungen besonders bewusst auf die Fahrtrichtung achten.
- Im Kreisverkehr gilt meist Vorfahrt von rechts, sofern Schilder oder Markierungen nichts anderes anordnen.
- Für Pkw gelten normalerweise 50 km/h innerorts und 80 km/h außerorts.
- Malta hat keine klassischen Mautstraßen, in Valletta kann aber eine Zufahrts- und Parkgebühr anfallen.
- Bei Mietwagen immer Vorschäden, Versicherung, Kaution und Rückgaberegeln dokumentieren.

Was der Linksverkehr in Malta praktisch bedeutet
In Malta fahren Autos auf der linken Straßenseite. Das Lenkrad befindet sich bei vielen Mietwagen rechts, wodurch sich die Bedienung zunächst ungewohnt anfühlen kann. Geschaltet wird mit der linken Hand, während Blinker und Scheibenwischer ebenfalls leicht verwechselt werden.
Die wichtigste mentale Regel lautet für mich deshalb: Nach jedem Abbiegen kurz bewusst die eigene Spur prüfen. Besonders nach einer roten Ampel oder beim Herausfahren aus einem Parkplatz passiert es unerfahrenen Fahrern schnell, dass sie automatisch auf die rechte Seite wechseln.
An Kreuzungen hilft ein langsamer, konzentrierter Blick in beide Richtungen. Der deutsche Führerschein wird in Malta anerkannt. Ein internationaler Führerschein ist für deutsche Urlauber normalerweise nicht erforderlich, die konkrete Vorgabe des Mietwagenunternehmens sollte man trotzdem vor der Buchung prüfen.
Geschwindigkeit und Fahrbahn
Für Pkw gelten grundsätzlich 50 km/h in Ortschaften und 80 km/h außerhalb geschlossener Ortschaften. Auf einzelnen Straßen können niedrigere Grenzen gelten, zum Beispiel 30 km/h in bebauten Bereichen oder an Baustellen. Maßgeblich sind immer die ausgeschilderten Werte.
Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit ist allerdings nicht automatisch eine sinnvolle Reisegeschwindigkeit. Enge Fahrbahnen, parkende Autos, Fußgänger und unübersichtliche Kurven machen in vielen Situationen deutlich weniger Tempo vernünftig. Genau hier unterschätzen viele Besucher die Insel, weil die Entfernungen auf der Karte kurz aussehen.
Kreisverkehr und Abbiegen ohne typische Denkfehler
Kreisverkehre sind auf Malta besonders wichtig. Nach dem maltesischen Road Code hat im Kreisverkehr grundsätzlich der Verkehr von rechts Vorrang, sofern Verkehrszeichen, Ampeln oder Fahrbahnmarkierungen keine andere Regel vorgeben.
Wer die erste Ausfahrt nimmt, nähert sich normalerweise auf der linken Spur, setzt den linken Blinker und bleibt möglichst weit außen. Bei einer späteren Ausfahrt ist die rechte Spur häufig die bessere Wahl. Entscheidend ist, rechtzeitig die passende Spur zu wählen und nicht erst unmittelbar vor der Ausfahrt quer zu wechseln.
Ich verlasse mich dabei nie blind auf den Blinker anderer Verkehrsteilnehmer. Auf Malta wird nicht immer eindeutig signalisiert, und manche Fahrzeuge wechseln kurzfristig die Spur. Besser ist es, die Geschwindigkeit zu reduzieren, den tatsächlichen Fahrweg zu beobachten und erst dann einzufahren.
Abbiegen, Überholen und enge Straßen
Beim Rechtsabbiegen überquert man im Linksverkehr die Gegenfahrbahn. Dieser Vorgang fühlt sich für deutsche Fahrer meist am ungewöhnlichsten an. Vor dem Abbiegen sollte der Blick deshalb nicht nur dem Verkehr von vorn, sondern auch Fußgängern und Radfahrern gelten.
Beim Überholen wird grundsätzlich rechts überholt. Parkende Fahrzeuge verengen viele Straßen so stark, dass der Gegenverkehr die eigene Seite teilweise mitbenutzt. In solchen Situationen ist gegenseitige Rücksicht wichtiger als das Erzwingen des eigenen Vorrangs.
Welcher Mietwagen für Malta sinnvoll ist
Für die meisten Urlauber ist ein kleiner Mietwagen die praktischste Wahl. Ein kompaktes Fahrzeug passt besser durch enge Gassen und lässt sich leichter in den dicht bebauten Orten parken. Einen großen SUV würde ich nur wählen, wenn viel Gepäck oder eine besondere Sitzposition benötigt wird.
Ein Automatikgetriebe kostet häufig etwas mehr, kann den Einstieg aber deutlich erleichtern. Wer gleichzeitig links fahren, die ungewohnte Fahrzeugbreite einschätzen und auf Kreisverkehre achten muss, profitiert von einer geringeren Bedienlast. Der Aufpreis ist für viele Reisende sinnvoller als ein möglichst günstiger Basistarif.
Darauf kommt es bei der Übergabe an
Bei der Fahrzeugübernahme sollte man das Auto bei Tageslicht rundum fotografieren. Kratzer an Felgen, Stoßfängern, Außenspiegeln und Türen gehören ebenso ins Übergabeprotokoll wie Schäden an Scheiben und Reifen.
- Tankregelung und Kilometerbegrenzung prüfen.
- Höhe der Kaution und akzeptierte Kreditkarte klären.
- Selbstbeteiligung bei Schäden und Ausschlüsse für Reifen, Unterboden oder Glas kontrollieren.
- Zusatzkosten für zweiten Fahrer, Kindersitz, Jungfahrer oder Flughafengebühr vergleichen.
- Vor der Rückgabe erneut Fotos vom Fahrzeug und vom Tankstand machen.
Das Auswärtige Amt weist auf Fälle hin, in denen bei der Rückgabe Schäden von Vormietern berechnet wurden. Eine saubere Dokumentation dauert nur wenige Minuten und kann später viel Ärger ersparen. Auch die Rückgabe außerhalb der Öffnungszeiten sollte man nur wählen, wenn der Ablauf und die Beweissicherung eindeutig geregelt sind.
Keine Maut auf Maltas Straßen, aber Gebühren in Valletta
Auf Malta gibt es keine klassischen mautpflichtigen Autobahnen und auch keine Vignette für das normale Straßennetz. Das ist für eine Rundreise angenehm, denn die Fahrtkosten hängen im Wesentlichen von Mietpreis, Kraftstoff und Parkgebühren ab.
Eine wichtige Ausnahme ist die Zufahrtsregelung in Valletta. Das sogenannte Controlled Vehicular Access-System, kurz CVA, erfasst Fahrzeuge innerhalb der überwachten Zone automatisch per Kennzeichenerkennung. Die Gebühr wird nicht an einem Mauthäuschen bezahlt, sondern später anhand der Aufenthaltsdauer berechnet.
| Aufenthaltsdauer in der CVA-Zone | Veröffentlichter Tarif |
|---|---|
| Bis 30 Minuten | Kostenlos |
| Mehr als 30 bis 60 Minuten | 0,82 Euro |
| Mehr als 60 Minuten | 0,82 Euro je Stunde oder angefangene Stunde |
| Maximalbetrag | 6,52 Euro |
| Nach 14 Uhr an Werktagen sowie samstags, sonntags und an Feiertagen | Keine CVA-Gebühr für den Zugang |
Die Regelung gilt nicht automatisch für jedes Parkhaus außerhalb der Zone. Parkgebühren können zusätzlich anfallen. Wer Valletta besucht, fährt deshalb meist entspannter, wenn er außerhalb der dichtesten Innenstadt parkt und die letzten Meter zu Fuß oder mit dem Bus zurücklegt.
Bei einem Mietwagen sollte man außerdem prüfen, wie der Anbieter CVA-Kosten weiterberechnet. Manche Unternehmen verlangen zusätzlich eine Bearbeitungsgebühr. Diese ist keine maltesische Maut, sondern eine Vertragsgebühr des Vermieters.
Sicher unterwegs bei Dunkelheit, Hitze und dichtem Verkehr
Malta hat abschnittsweise enge Straßen und eine teils schwache Beleuchtung. Der Wechsel von hellem Sonnenlicht zu dunklen Unterführungen kann die Sicht kurzfristig verschlechtern. Bei Dunkelheit und tief stehender Sonne fahre ich deshalb grundsätzlich langsamer, mit größerem Abstand und besonders aufmerksam an Kreuzungen.
Bei einem Fahrzeug aus Deutschland müssen die Scheinwerfer gegebenenfalls an den Linksverkehr angepasst oder mit geeigneten Aufklebern versehen werden. Beim Mietwagen sollte man sich bestätigen lassen, dass die Beleuchtung korrekt eingestellt ist.
Alkohol, Gurte und Kinder
Für die meisten Autofahrer liegt die Promillegrenze bei 0,5. Für Fahranfänger in den ersten drei Jahren, Motorradfahrer und Berufskraftfahrer gilt eine Grenze von 0,2. Wer abends unterwegs ist, sollte sich nicht auf kleine Mengen verlassen, denn der Verkehr in den Orten ist oft unübersichtlich.
Alle Insassen müssen angeschnallt sein. Kinder benötigen eine geeignete Rückhalteeinrichtung, wenn sie kleiner als 150 Zentimeter sind. Bei der Mietwagenbuchung sollte der Kindersitz frühzeitig reserviert und bei der Übernahme selbst auf festen Einbau geprüft werden.
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Bußgelder nicht unterschätzen
Schon geringfügige Geschwindigkeitsüberschreitungen können Geld kosten. Als Orientierung nennt die maltesische Gebührenübersicht 34,94 Euro bis 15 km/h über dem Limit und 69,88 Euro bei mehr als 15 km/h Überschreitung. Hinzu kommen mögliche Gebühren des Mietwagenanbieters.
Seit Juli 2026 müssen ausländische Personen ohne Wohnsitz in Malta Bußgelder für bestimmte lokale Verstöße unmittelbar elektronisch vor Ort begleichen. Wer einen Bescheid erhält, sollte ihn daher nicht einfach ignorieren, sondern die Zahlungsfrist und den vorgesehenen Weg genau prüfen.
Meine einfache Strategie für die erste Fahrt
Die erste Strecke würde ich nicht direkt durch Valletta, Sliema oder St. Julian’s legen. Besser ist eine kurze Fahrt außerhalb der dichtesten Zentren, um Bremsen, Kreisverkehre und das Spurhalten im Linksverkehr in Ruhe zu trainieren.
- Navigation vor dem Losfahren einstellen und das Smartphone nicht während der Fahrt bedienen.
- Bei Kreisverkehren frühzeitig die richtige Spur wählen.
- Parkplätze und Zufahrtsbeschränkungen vor der Fahrt prüfen.
- Für die ersten Kilometer mindestens 20 bis 30 Minuten zusätzliche Zeit einplanen.
- Bei Unsicherheit lieber anhalten und die Situation neu ordnen.
Wer diese Gewöhnungsphase einplant, erlebt den Linksverkehr meist nicht als großes Hindernis. Malta ist klein, aber fahrerisch anspruchsvoll. Mit einem kompakten Mietwagen, defensivem Tempo und einem Blick auf die Valletta-Zufahrtszone wird aus der ungewohnten Straßenordnung eine gut beherrschbare Reiseerfahrung.
