Ob beim Tanken, bei der Urlaubsplanung oder beim Vergleich mit einem Elektroauto: Der Verbrauch pro 100 Kilometer zeigt schnell, wie effizient ein Fahrzeug wirklich unterwegs ist. Ich erkläre die einfache Rechenformel, rechne sie an realistischen Beispielen vor und zeige, worauf es bei Stromverbrauch, Kosten, WLTP-Werten und typischen Messfehlern ankommt.
Mit dieser Rechnung wird der Verbrauch sofort nachvollziehbar
- Grundformel: Verbrauch = verbrauchte Menge ÷ gefahrene Strecke × 100
- Benzin und Diesel: Das Ergebnis wird in Litern pro 100 Kilometer angegeben.
- Elektroautos: Hier rechne ich mit Kilowattstunden pro 100 Kilometer.
- Beispiel: 42 Liter auf 560 Kilometer ergeben 7,5 l/100 km.
- Genaue Messung: Am zuverlässigsten ist die Berechnung über mehrere Tank- oder Ladevorgänge.
Die Grundformel für Benzin und Diesel
Die Rechnung ist ein einfacher Dreisatz. Ich teile die verbrauchte Kraftstoffmenge durch die gefahrene Strecke und multipliziere das Ergebnis mit 100.
Verbrauch in l/100 km = getankte Liter ÷ gefahrene Kilometer × 100
Ein Beispiel macht die Formel greifbar. Werden nach einer Strecke von 560 Kilometern 42 Liter Benzin nachgefüllt, rechne ich: 42 ÷ 560 × 100. Das Ergebnis lautet 7,5 Liter pro 100 Kilometer.
Die Einheit ist entscheidend. Die Strecke muss in Kilometern und die Kraftstoffmenge in Litern angegeben werden. Wer Meilen oder Gallonen verwendet, muss die Werte zuerst umrechnen, sonst stimmt das Ergebnis nicht.
Ein zweites Beispiel mit Dezimalstellen
Angenommen, ein Diesel benötigt für 612 Kilometer genau 46,2 Liter. Die Rechnung lautet 46,2 ÷ 612 × 100. Daraus ergeben sich rund 7,55 l/100 km, gerundet also 7,6 Liter.
Ich runde im Alltag meist auf eine Nachkommastelle. Zwei Nachkommastellen sind sinnvoll, wenn ich verschiedene Fahrten oder Fahrzeuge möglichst genau vergleichen möchte.
So ermittle ich den Wert beim Tanken
Für eine belastbare Zahl verlasse ich mich nicht allein auf die Anzeige im Bordcomputer. Ich ermittle den Verbrauch zwischen zwei möglichst ähnlichen Tankständen.
- Tank möglichst vollständig füllen und Kilometerstand notieren oder Tageskilometerzähler zurücksetzen.
- Normal fahren und beim nächsten Tankstopp wieder bis zum gleichen Füllstand tanken.
- Die nachgefüllte Literzahl durch die gefahrenen Kilometer teilen.
- Das Ergebnis mit 100 multiplizieren und auf eine oder zwei Nachkommastellen runden.
Wichtig ist, dass ich nicht nur die Reichweitenanzeige ablese. Die Kilometerzahl seit dem letzten Tankvorgang und die tatsächlich nachgefüllte Kraftstoffmenge liefern die bessere Grundlage. Der Bordcomputer ist praktisch, kann aber je nach Fahrzeug und Fahrprofil leicht vom realen Wert abweichen.
Warum mehrere Tankfüllungen besser sind
Eine einzelne Fahrt kann durch Stau, starkes Beschleunigen oder eine ungewöhnlich hohe Autobahngeschwindigkeit verfälscht werden. Ich bilde deshalb gern einen Durchschnitt aus drei bis fünf Tankfüllungen. Dadurch fallen kleine Unterschiede beim Abschalten der Zapfpistole weniger ins Gewicht.
Auch die Tankstelle spielt eine Rolle. Die Zapfpistole kann bei unterschiedlichem Winkel etwas früher abschalten, und das Volumen im Tank verändert sich mit der Temperatur. Für den Alltag sind diese Abweichungen klein, bei einem direkten Vergleich sollte ich die Messung aber möglichst gleich durchführen.

Was beim Elektroauto anders ist
Beim Elektroauto wird kein Kraftstoff in Litern gemessen, sondern Energie in Kilowattstunden. Die mathematische Struktur bleibt gleich.
Stromverbrauch in kWh/100 km = geladene Kilowattstunden ÷ gefahrene Kilometer × 100
Wenn ein Elektroauto für 310 Kilometer 54 kWh aus der Batterie benötigt, ergibt die Rechnung 54 ÷ 310 × 100. Der Verbrauch liegt damit bei 17,4 kWh/100 km.
Für einen realistischen Kostenvergleich nutze ich möglichst die Energie, die an der Wallbox oder Ladesäule gemessen wird. Zwischen Steckdose und Batterie entstehen Ladeverluste. Je nach Ladeleistung, Temperatur, Ladezustand und Fahrzeug können deshalb grob rund 10 bis 20 Prozent mehr Energie aus dem Stromnetz nötig sein, als tatsächlich im Akku ankommt.
Batteriekapazität und Reichweite richtig verwenden
Wer nur Akkukapazität und Reichweite kennt, kann ebenfalls rechnen:
Verbrauch = nutzbare Batteriekapazität ÷ Reichweite × 100
Ein Akku mit 60 kWh nutzbarer Kapazität und 350 Kilometern Reichweite kommt rechnerisch auf 17,1 kWh/100 km. Ich achte dabei ausdrücklich auf das Wort nutzbar. Die Bruttokapazität enthält oft einen Puffer, den das Fahrzeug zum Schutz der Batterie nicht vollständig freigibt.
Für einen Vergleich mit einem Verbrenner sollte ich außerdem dieselbe Betrachtungsweise wählen. Ein Wert aus dem Bordcomputer beschreibt meist den Fahrverbrauch, während der Stromzähler an der Ladesäule zusätzlich die Ladeverluste enthält.
Verbrauch in Kosten pro 100 Kilometer umrechnen
Aus dem Verbrauch lassen sich die Energiekosten schnell ableiten. Beim Verbrenner multipliziere ich den Literverbrauch mit dem Preis pro Liter.
Kosten pro 100 km = Verbrauch in l/100 km × Kraftstoffpreis
Bei 6,5 Litern pro 100 Kilometer und einem angenommenen Benzinpreis von 1,80 Euro pro Liter entstehen 11,70 Euro für 100 Kilometer.
Beim Elektroauto lautet die entsprechende Rechnung:
Kosten pro 100 km = Stromverbrauch in kWh/100 km × Strompreis pro kWh
Ein Verbrauch von 18 kWh/100 km bei 0,35 Euro je Kilowattstunde kostet 6,30 Euro pro 100 Kilometer. Das ist aber nur ein Beispiel für das Laden zu Hause. An öffentlichen Schnellladesäulen können die Preise deutlich höher liegen, während ein günstiger Heimtarif die Kosten senken kann.
| Antrieb | Verbrauch | Angenommener Energiepreis | Kosten pro 100 km |
|---|---|---|---|
| Benzin | 6,5 l | 1,80 €/l | 11,70 € |
| Diesel | 5,5 l | 1,70 €/l | 9,35 € |
| Elektroauto | 18 kWh | 0,35 €/kWh | 6,30 € |
Die Tabelle zeigt den Rechenweg, keine dauerhaft gültigen Preise. Für meine eigene Kalkulation setze ich immer den tatsächlichen Tarif ein und berücksichtige beim Elektroauto idealerweise den Wert des Stromzählers inklusive Ladeverlusten.
Warum der reale Verbrauch vom Prospekt abweicht
Herstellerangaben entstehen unter standardisierten Bedingungen im WLTP-Testverfahren. Diese Werte helfen beim Vergleich verschiedener Modelle, bilden aber nicht jede Alltagssituation ab.
Auf der Autobahn steigt der Verbrauch oft stärker als erwartet, weil der Luftwiderstand mit zunehmender Geschwindigkeit deutlich zunimmt. Auch kalte Temperaturen, Heizung, Klimaanlage, Dachbox, Gegenwind, Steigungen und ein voller Innenraum können den Energiebedarf spürbar erhöhen.
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Die wichtigsten Einflussfaktoren
- Geschwindigkeit: Besonders schnelles Fahren auf der Autobahn erhöht den Verbrauch.
- Reifendruck: Zu wenig Druck vergrößert den Rollwiderstand und kann den Verbrauch erhöhen.
- Fahrzeuggewicht: Gepäck und Dachträger fallen vor allem bei häufigen Beschleunigungen ins Gewicht.
- Temperatur: Elektroautos benötigen im Winter zusätzliche Energie für Heizung und Batterie.
- Fahrstil: Gleichmäßiges Beschleunigen und vorausschauendes Fahren wirken meist stärker als kleine technische Tricks.
- Streckenprofil: Stadtverkehr, Kurzstrecken und viele Steigungen verändern den Durchschnitt deutlich.
Meine Erfahrung ist, dass der Fahrstil häufig überschätzt und der Einfluss der Geschwindigkeit unterschätzt wird. Wer auf der Autobahn dauerhaft sehr schnell fährt, kann den Verbrauch stärker verändern als durch viele kleine Maßnahmen im Alltag.
Typische Fehler bei der Berechnung vermeiden
Der häufigste Fehler ist eine vertauschte Formel. Wer die gefahrenen Kilometer durch die Liter teilt, erhält Kilometer pro Liter und nicht Liter pro 100 Kilometer. Das kann zwar ebenfalls eine interessante Kennzahl sein, ist in Deutschland aber nicht die übliche Verbrauchsangabe.
Auch ein teilweise gefüllter Tank führt schnell zu falschen Ergebnissen. Ich sollte deshalb nicht von der Tankanzeige auf die verbrauchte Menge schließen, sondern die tatsächlich nachgefüllten Liter verwenden.
- Nicht nur eine kurze Strecke messen: Eine einzelne Fahrt ist selten repräsentativ.
- Tankstand vergleichen: Start- und Endfüllstand sollten möglichst gleich sein.
- Einheiten prüfen: Liter, Kilometer und Kilowattstunden dürfen nicht verwechselt werden.
- Ladeverluste einrechnen: Für Stromkosten zählt die Energie aus dem Netz, nicht nur die Energie im Akku.
- Rundung erst am Ende: Zwischenwerte möglichst nicht frühzeitig auf ganze Zahlen abrunden.
Für einen fairen Fahrzeugvergleich messe ich außerdem unter ähnlichen Bedingungen. Ein Elektroauto im Sommerbetrieb mit leerem Fahrzeug ist nicht direkt mit einem Verbrenner im Winter, voll beladen und mit Dachbox vergleichbar.
Eine belastbare Zahl entsteht erst über mehrere Fahrten
Die wichtigste Rechnung bleibt einfach: verbrauchte Menge durch gefahrene Strecke mal 100. Beim Verbrenner steht das Ergebnis in Litern, beim Elektroauto in Kilowattstunden.
Wer den eigenen Verbrauch wirklich beurteilen möchte, sollte mehrere Tank- oder Ladevorgänge dokumentieren und zusätzlich Strecke, Außentemperatur sowie Fahrprofil notieren. So entsteht ein realistischer Durchschnitt, der bei der Reiseplanung und beim Vergleich der laufenden Kosten deutlich hilfreicher ist als ein einzelner Idealwert.
