Wer mit dem Auto aus Deutschland nach Dalmatien fährt, möchte vor allem drei Dinge wissen: Welche Strecke verbirgt sich hinter der E71 in Kroatien, wie funktioniert die Maut und wann lohnt sich die Autobahn wirklich? Ich zeige den praktischen Verlauf von der ungarischen Grenze bis Split, nenne realistische Mautbeträge und erkläre, worauf ich bei einer langen Kroatienfahrt besonders achte.
Die wichtigsten Fakten zur Route nach Dalmatien auf einen Blick
- Verlauf: Die europäische Route führt in Kroatien über Goričan, Zagreb, Karlovac und weiter nach Split.
- Autobahnen: Für die praktische Reiseplanung sind vor allem A4, A3 und A1 entscheidend.
- Maut: Kroatien nutzt eine streckenabhängige Maut, keine landesweite Vignette.
- Pkw-Kosten: Von Goričan bis Split kostet die Fahrt für einen normalen Pkw aktuell etwa 32,80 Euro.
- Zahlung: Mautstationen akzeptieren Bargeld und Karten; mit ENC kann die Abfertigung schneller und günstiger sein.

Was die E71 in Kroatien eigentlich bezeichnet
Die E71 ist keine einzelne kroatische Autobahn, sondern eine internationale Europastraße zwischen Košice in der Slowakei und Split an der kroatischen Adriaküste. In Kroatien beginnt der relevante Abschnitt an der Grenze zu Ungarn bei Goričan und führt über Zagreb in Richtung Süden.
Für Autofahrerist die Bezeichnung auf dem Navigationsgerät allerdings weniger wichtig als die kroatischen Straßennummern. In der Praxis fährt man von der ungarischen Grenze zunächst auf der A4 nach Zagreb, nutzt dort die Zagreber Umfahrung und wechselt anschließend auf die A1 in Richtung Karlovac, Zadar, Šibenik und Split. Auf Karten kann der Verlauf gelegentlich unterschiedlich dargestellt werden. Der internationale Korridor wurde historisch teilweise über den Raum Bihać in Bosnien und Herzegowina beschrieben, während die heutige Urlaubsroute meist vollständig über die kroatische Autobahn A1 führt. Ich orientiere mich deshalb immer an den Schildern für A4, Zagreb, A1 und Split und nicht allein an der E-Nummer.
Der praktische Streckenverlauf von Goričan bis Split
Von der ungarischen Grenze nach Zagreb
Nach dem Grenzübergang Goričan beginnt die kroatische A4. Die rund 97 Kilometer lange Strecke führt an Varaždin vorbei bis zur Anschlussstelle Ivanja Reka östlich von Zagreb. Sie ist gut ausgebaut und für Reisende aus Ungarn, Österreich und Teilen Süddeutschlands der direkte Einstieg in den kroatischen Autobahnkorridor.
Wer aus München oder Süddeutschland kommt, erreicht Kroatien häufig über Österreich und Slowenien bei Bregana. Dann führt die Route zunächst über die A3 und trifft bei Zagreb auf denselben Nord-Süd-Korridor. Für die Anreise über Budapest ist dagegen Goričan der naheliegende Grenzübergang.
Durch Zagreb und weiter auf die A1
Die Zagreber Umfahrung verbindet A4, A3 und A1. Dieser Abschnitt ist besonders zu Ferienbeginn und am Wochenende ein Engpass. Ich plane die Passage möglichst früh am Morgen, weil sich Rückstaus rund um Lučko und Ivanja Reka schnell auf mehrere Kilometer ausdehnen können.
Südlich von Zagreb beginnt die A1, die wichtigste Verbindung nach Dalmatien. Sie führt über Karlovac, Ogulin, Gospić und den Velebit in Richtung Zadar, Šibenik und Split. Lange Tunnel wie Mala Kapela und Sveti Rok sowie kräftiger Seitenwind im Velebit machen die Strecke landschaftlich reizvoll, verlangen aber eine gleichmäßige und aufmerksame Fahrweise.
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Abfahrten für beliebte Urlaubsziele
| Reiseziel | Geeignete Ausfahrt | Hinweis |
|---|---|---|
| Zadar | Zadar centar oder Zadar istok | Praktisch für die Stadt, die nördlichen Strände und viele Inselverbindungen |
| Šibenik | Šibenik oder Podi | Günstig für Šibenik, Vodice und den Nationalpark Krka |
| Split | Split, Dugopolje oder Bisko | Dugopolje ist der übliche Zugang nach Split und ins Hinterland |
| Makarska und Umgebung | Zagvozd oder Šestanovac | Weiterfahrt über die Verbindungsstraßen zur Küste |
So funktioniert die Maut auf der Strecke
Auf kroatischen Autobahnen gilt grundsätzlich eine streckenabhängige Maut. Eine kroatische Vignette müssen Pkw derzeit nicht kaufen. Bei der Auffahrt wird je nach Abschnitt ein Ticket gezogen, das man an der Ausfahrt zusammen mit der Gebühr bezahlt.
Bezahlt werden kann in der Regel bar in Euro sowie mit Kredit- oder Bankkarte. Ich halte trotzdem eine zweite Karte und etwas Bargeld bereit, weil bei starkem Reiseverkehr einzelne Spuren langsamer arbeiten oder Kartenterminals kurzfristig Probleme machen können.
| Strecke | Pkw bis 3,5 t, unter 1,90 m |
|---|---|
| Goričan bis Sveta Helena auf der A4 | 6,40 Euro |
| Zagreb bis Zadar centar auf der A1 | 17,60 Euro |
| Zagreb bis Šibenik auf der A1 | 22,10 Euro |
| Zagreb bis Split auf der A1 | 26,40 Euro |
| Goričan bis Split über A4, A3 und A1 | etwa 32,80 Euro |
Die Beträge beziehen sich auf die normale Fahrzeugkategorie I und können sich ändern. Für die Rückfahrt ist mit einem vergleichbaren Betrag zu rechnen. Die Zagreber Umfahrung über die A3 wird dabei üblicherweise nicht zusätzlich berechnet.
Welche Fahrzeugkategorie für den eigenen Wagen gilt
Die Höhe der Maut hängt nicht nur von der Strecke ab. Entscheidend sind auch Achszahl, zulässiges Gesamtgewicht und Fahrzeughöhe. Ein normaler Pkw mit zwei Achsen und weniger als 1,90 Meter Höhe fällt meist in Kategorie I.
- Kategorie IA: Motorräder, Trikes und Quads
- Kategorie I: Pkw mit zwei Achsen bis 3,5 Tonnen und unter 1,90 Meter Höhe
- Kategorie II: höhere Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen sowie Pkw mit Anhänger
- Kategorie III und IV: schwere Fahrzeuge und größere Gespanne
Eine Dachbox wird bei der Höhenmessung normalerweise nicht wie ein fester Fahrzeugaufbau behandelt. Bei einem Hochdachkombi, Wohnmobil oder Van kann die Höhe von 1,90 Metern dagegen entscheidend sein. Ich prüfe die Kategorie vor der Abfahrt, weil ein falsch eingeordnetes Fahrzeug die Gesamtkosten spürbar erhöht.
ENC und neue Mauttechnik für Kroatien
Für eine einzelne Urlaubsfahrt reicht die Zahlung an der Mautstation vollkommen aus. Wer regelmäßig nach Kroatien fährt oder lange Wartezeiten vermeiden möchte, kann einen ENC-Transponder nutzen. Das kleine Gerät wird an der Windschutzscheibe angebracht und kommuniziert automatisch mit der Mautspur.
Nach den derzeitigen Tarifinformationen der kroatischen Autobahngesellschaft HAC kostet das Gerät etwa 15 Euro. Je nach Tarifmodell sind Rabatte von rund 21 Prozent möglich. Für eine einzelne Fahrt lohnt sich die Anschaffung nicht immer, bei mehreren Hin- und Rückfahrten oder einem Gespann kann sie sich jedoch rechnen.
Für die kommenden Jahre ist außerdem eine schrittweise Umstellung auf eine digitale, schrankenlose Maut vorgesehen. Für Reisen im Jahr 2026 plane ich deshalb weiterhin mit Ticket, Karte oder ENC und verlasse mich nicht auf eine bereits vollständig umgestellte Infrastruktur.
Was deutsche Autofahrer bei der Reiseplanung beachten sollten
Die kroatische Maut ist nur ein Teil der Fahrtkosten. Je nach Anreise kommen Vignetten oder digitale Streckenberechtigungen für Österreich, Slowenien oder Ungarn hinzu. Wer über Bregana fährt, braucht eine andere Vorbereitung als jemand, der über Budapest und Goričan anreist.
In der Hauptsaison sind die kritischsten Zeitfenster meist der Samstagvormittag in Richtung Küste und der Sonntagnachmittag in Richtung Zagreb. Besonders rund um Lučko, Karlovac und die Abfahrten nach Zadar oder Split sollte ich zusätzliche Zeit einplanen. Der kroatische Automobilclub HAK veröffentlicht aktuelle Verkehrsmeldungen, die ich am Reisetag kurz vor dem Start prüfe.
Auf der A1 gelten die üblichen kroatischen Autobahnregeln. Die allgemeine Höchstgeschwindigkeit liegt bei 130 km/h, kann aber durch Wetter, Baustellen oder Tunnel niedriger ausfallen. Bei Bora, dem starken Fallwind an der Küste und im Velebit, können einzelne Abschnitte für Fahrzeuge mit Anhänger problematisch oder vorübergehend eingeschränkt sein.
Für eine entspannte Fahrt teile ich die Strecke in Etappen ein. Ein Tank- oder Ladestopp vor dem langen Abschnitt durch das Velebit ist sinnvoll, ebenso eine Pause abseits der großen Mautstellen. Wer Elektroauto fährt, sollte die Ladepunkte vorher prüfen und nicht erst mit fast leerem Akku nach einer Station suchen, denn an beliebten Reisetagen kann die nächste freie Säule deutlich weiter entfernt sein.
Mit der richtigen Vorbereitung wird die E71 zur entspannten Urlaubsroute
Für die meisten Reisenden ist die Route über A4, A3 und A1 die schnellste und unkomplizierteste Verbindung von Mitteleuropa nach Dalmatien. Die Maut lässt sich für einen normalen Pkw gut kalkulieren, eine kroatische Vignette ist nicht erforderlich und die wichtigsten Ausfahrten liegen direkt an der Autobahn.
Ich würde vor dem Start die Fahrzeugkategorie, die Mautkosten der gewählten Einfahrt und die Vignetten der Transitländer prüfen. Wer zusätzlich außerhalb der Hauptreisezeiten fährt und die Verkehrslage rund um Zagreb beobachtet, spart meist mehr Zeit als durch eine riskante Abkürzung über Nebenstraßen.
